Archiv für Juli 2014

Les petits soldats de Strasbourg

Ein Beitrag zum Themengebiet Ausstellungen, geschrieben am 20. Juli 2014 von samson

Ausstellung

Les petits soldats de Strasbourg
aus der Sammlung Ludwig und die Festungen von Vauban

Museum Haus Ludwig für Kunstausstellungen Saarlouis vom 15. Juni bis 12. Oktober 2014

Der Druck von Papiersoldaten – die auch als „les petits soldats de papier“ bezeichnet werden – hat eine lange Tradition. Im 18. und 19. Jahrhundert wurden unzählige Papierbögen in den Hochburgen der Papierbogenherstellung in Europa in einer hohen Auflage hergestellt. Theater, Puppenstuben, Tierparks, Landschaften und Figuren aus Papier gehörten zum beliebtesten Spielzeug der Kinder. Eine besondere Heimstatt hatten jedoch die Papiersoldaten in Lothringen und im Elsass. So wurden in Epinal, in Metz, in Wissembourg, in Pfaffenoffen oder in Strasbourg unzählige Papierbögen angefertigt. Als Hochburg der Produktion der „Soldätle“ ist Strasbourg anzusehen. In keiner anderen Stadt wurden im 19. Jahrhundert mit so großen Ausdauer und Liebe Papierbögen mit Soldatendarstellungen produziert. „Nachdem sie um 1780 von dem ehemaligen Kavallerioffizier und Stecher P.F. d’Isnard in Strasbourg als Holzschnitten und Kufperstichen selbst anzufertigendes Spielzeug angeregt worden waren, kamen sie seit 1791 auch von der Firma J.F. ‚uffgebloechelt‘ auf kleine Holzblöcke geklebt und in Schachteln verpackt, zur ‚Unterhaltung und Belehrung der Jugend‘ in den Handel.“ (Heiner Vogel, Bilderbogen, Papiersoldat, Würfelspiel und Lebensrad“, Leipzig/ Würzburg 1981, S. 198) Die Papiersoldaten aus der Sammlung Ludwig stammen aus der Fabrikation Silbermann und dessen Nachfolger Gustave Fischbach in Strasbourg. Henri Rudolphe Gustave Silbermann (1801-1876) produzierte zwischen 1830 und 1870 Papiersoldaten in sehr großer Auflage. Nach ersten unkolorierten Umrißzeichnungen brachte er bis 1870 seine „Silbermännle“ in Chromolithographie heraus. Bekannt sind 30 verschiedene Papierbogen, die zeitweise in einer Auflage von jährlich 130.000 Stück erschienen sind. (c) 2014 Museum Haus Ludwig